Beinahe hätten Martha und Ich diesen Tag eiskalt übergangen, dieses 3-Monatige-Erasmus-in-Oviedo-Jubiläum. Wir hatten uns mit May und Polly für eine neue Runde Tischfussball verabredet und uns dazu um 20:30 Uhr vor der Kathedrale getroffen. Bevor wir aber zum Kickern kommen sollten, wollten wir noch etwas Trinken gehen. Irgendwann auf dem Weg, zu der Bar in die Martha unbedingt mal wollte, stellten wir dann eher ungläubig fest, dass wir tatsächlich schon drei Monate in Oviedo sind.
Vor genau drei Monaten, am 04. September erlebten wir das Chaos in London Stansted bevor es wenig später hieß Oviedo, hier sind wir! Kurz darauf begrüßte mich Carlos dann auch schon mit Hola, me llamo Carlos, als er mich vom Busbahnhof abholte. Nur wenig später trank ich meine erste Sidra und bereitete ich meine erste Tortilla in Spanien zu.
Schon am nächsten Tag hatten Martha und SrNaranja die Anmeldung an der Universität in Oviedo erledigt und die Zimmersuche in Oviedo überstanden. Während Martha bis zum Ende des Monats noch zwei Mal in Oviedo umziehen sollte, hatte SrNaranja später seinen Spaß mit zimmersuchenden Spaniern! Bevor es jedoch mit dem Semester, und der krampfhaften Suche nach den Unterrichtssräumen am ersten Tag los gehen sollte, mieteten wir uns ein Auto und unternahmen einen Road Trip in Spanien.
… wie es dann weiter ging, nachdem das Semester begonnen hatte? Wir haben jede Menge Erasmusstudenten kennen gelernt, zum Beispiel beim Erasmusquiz im Asturianu, bei der Deutsch – Italienischen – Geburtstagsparty und auch während Halloween! Natürlich kamen wir auch in Kontakt mit Spaniern, mit spanischer Bürokratie zum Beispiel, aber auch mit echten Spaniern aus Fleisch und Blut, so traf sich SrNaranja nur auf ein Bier mit May und Cue im Titanic oder zum Fussballspielen mit den Spaniern!
Diese Liste könnte beliebig lang fortgesetzt werden … allerdings möchte ich mich an dieser Stelle bei allen denjenigen bedanken, die es mir erlaubt haben diese Dinge zu erleben: Meinen Eltern und Grosseltern zum Beispiel, mit deren Unterstützung ich das hier überhaupt finanzieren kann. Vielen Dank auch an meine Familie und meine Freunde, die dieses Auslandssemester für eine tolle Idee gehalten haben. Ebenfalls natürlich bei Elaine, die mich erst auf die Idee gebracht hatte, ein Semester im Ausland zu verbringen, sowie dem Akademischen Auslandsamt der EMAU Greifswald und Dr. Enter vom Institut für Anglistik und Amerikanistik in Greifswald, die maßgelblich bei der Organisation mithalfen. Ein ganz großes Dankeschön geht aber auch an alle diejenigen hier in Oviedo, die die bisherigen drei Monate zu einem unglaublichen Erlebnis gemacht haben! Vielen Dank!
Nachdem ich noch vor zwei Tagen davon schrieb, das es mit der Weihnachtszeit in Spanien so langsam los geht, habe ich den ersten Advent als Anlass genommen um ein paar Weihnachtsgrüße nach Deutschland zu schicken. Die ersten Weihnachtskarten sind also auf dem Weg … sollte jemand das Gefühl haben vergessen worden zu sein, würde ich mich über einen dezenten Hinweis freuen.
Ob ich nicht Lust hätte heute Abend Tischfussball zu spielen, fragte mich Martha vorhin auf dem Campus. Mit dabei wären mit Marie, Margaux und Valerie auf jeden Fall auch die sympathischen französischen Erasmusstudentinnen … und wer kann denn da Nein sagen? Mit den Franzosen sollten wir uns allerdings erst etwas später Treffen, galt es doch zu erst einen Ort ausfindig zu machen, an dem wir auch Kickern können. So ging es mit Martha, Sabine und Sonia erst ein mal zum Plaza del sol und kurz darauf in die Bar Cecchini, dort fanden wir auch einen Kickertisch und jede Menge porros, Joint, rauchende Spanier. Kein Problem, wir wollten ja nur Kickern! Zuvor waren wir jedoch noch auf der Calle Rosal um dort nach einem Kickertisch zu suchen, kein Problem.

Ach, Kickern funktioniert hier übrigens sehr demokratisch. Während wir aus Deutschland ja “Wer zuerst kommt, mahlt zu erst!” gewohnt sind, gilt es hier sein Geldeinsatz auf den Tisch zu legen wenn man denn spielen will. So sorgten wir für ein wenig Verwirrung, nach dem die Spanier einen Euro auf den Tisch legten und wir aber dennoch weiter spielten … Que va?, Wer ist dran? Mit anderen Worten: “Er war dran mit spielen, weil er seinen Einsatz (1 Euro) platzierte, während wir dreister Weise weiterspielten”. Verstanden haben wir das erst etwas später, aber wir sind ja auch nur ein paar Erasmusstudenten. Nach dem wir die Spielregeln nun aber verstanden hatten, konnten wir uns mit den Französinnen treffen, vor dem Ayuntamiento, dem Rathaus.

Anstatt ins Cecchini zurück zu gehen, versuchten wir unser Glück dieses Mal aber in der Spielhalle in der Calle Rosal. Ein Volltreffer war das, denn nicht nur waren die drei Kickertische dort frei, ein Spiel kostete auch nur 40 Cent. So kam es also wie es kommen musste, ein Deutsch-Französisches-Tischfussballturnier wurde ausgespielt. Gewinner gab es jedoch keine wirklichen, zum Einen hatten wir nicht die Siege gezählt und zum Anderen wurden die Teams bunt gemischt … typisch spanisch ERASMUS halt. Ach, Martha und SrNaranja hatten sich unabhängig voneinander als recht gute Kicker herauskristallisiert …

Ach, es sind übrigens nicht nur Marie, Margaux und Valerie gekommen, auch die das französische Pärchen aus einem meiner Seminare war mit dabei, es stand also 5:4 für die Franzosen. In der Spielhalle gab es jedoch nicht nur Tischfussball, man konnte dort auch Tennisspielen oder Autofahren. Letzteres versuchten Margaux und [wenn man sich nur Namen merken könnte] dann auch, mit mäßigem Erfolg … irgendwie wollten die Autos nicht so wie die beiden. Weitere Bemerkungen verkneife ich mir jetzt aber, bin ich doch wohl erzogen! Obwohl es SrNaranja nur recht kurz vorkam, waren schon bald zwei Stunden verspielt und es hieß: geordneter Rückzug nach Hause!
Während es turrón, besondere spanische Weihnachtsschokofruchttafeln, schon seit gut einem Monat in den Supermärkten zu kaufen gibt und im Corte Inglés auch eine Abteilung für Weihnachtssachen eingerichtet wurde, beginnt das eigentlich Weihnachtsgefühl in Oviedo erst seit diesem Wochenende. Die Straßen sind mit Lichtern versehen und auf dem Platz vor der Kathedrale ist die christliche Weihnachtsgeschichte aufgebaut, alles in allem fehlt praktisch nur noch etwas Schnee. Wobei Schnee, der dann auch liegen bleibt, so etwas wie ein Jahrhundertereignis wäre! Auch wenn letzteres von den Spaniern bestritten wird, wobei sich zu meiner Aussage noch die aktuellen Temperaturen von 10 Grad hinzu gesellen!
Es ist Freitag … und wieder ist die Woche um. Der ideale Tag also um mit den Spaniern etwas Trinken zu gehen. Mit Cris und May traf sich SrNaranja gegen 22 Uhr also vor unserem Lieblingspub Paco’s … Cue, Juan und Pope sollten erst etwas später kommen, genauso wie Maria. Irgendwas stimmte heute Abend jedoch nicht, am Bier wird es wohl nicht gelegen haben, vielleicht fiel das Fehlen von Hannah und Dave zu sehr ins Gewicht. Vielleicht war aber 22 Uhr auch viel zu früh … Chris und Maria sind zum Beispiel schon um 0:30 Uhr wieder nach Hause, völlig untypisch für Spanien!
Wir, der zurück gebliebene Rest, zogen dann erst Mal weiter in Richtung Cicero um Ana Hallo zu sagen. Nach dem wir das Cicero bisher nur unter der Woche besucht hatten, war SrNaranja schon überrascht als die Bar bis zum Rand gefüllt war … mit älteren Menschen … um 1 Uhr nachts! Viel kann darf, soll will ich auch gar nicht schreiben … aufgestanden wurde allerdings erst um 15 Uhr.