Nach dem etwas anderen Abend im Astrianu gestern und dem Ausschlafen bis um 11 Uhr, verschlug es SrNaranja ins Oficina de Relaciones Internacionales, das Akademische Auslandsamt in Oviedo, um das letzte Formular ausfüllen zu lassen. Das “Confirmation of Period of Study” – Formular, welches bestätigt das SrNaranja ein halbes Jahr in Oviedo studiert hat, muss ausgefüllt werden. Ich würde aber nicht in Spanien studieren, wenn es nicht auch hier wieder Probleme mit der spanischen Bürokratie gegeben hätte.
Das Formular, in das lediglich mein Name und das jeweilige Anfangs- und Abschlussdatum geschrieben werden muss und natürlich Datum und Unterschrift sowie einen Stempel verlangt, kann ich mir dann in einer Woche abholen? Wie bitte? 5 Dinge müssen da ausgefüllt werden, das dauert doch keine 5 Minuten! Jaja, mañana, morgen!
Nach dem ganzen Chaos mit der Wohnung heute – da es keine oder nur selten Verträge für Zimmer gibt, kann man Erasmusstudenten aus der Wohnung werfen wenn es einem beliebt – stand heute noch das Abschiedsessen von Julia auf dem Programm. Julia wohnt übrigens mit Jenny und Heather zusammen und gehört somit zu unserem Asturianu-Quiz-Team, genauso wie Amy und Siobhan die natürlich ebenfalls dabei waren. Typisch deutsch gab es heute Abend vegetarischen Nudelauflauf mit einer Auswahl an spanischem Bier und Wein, ach, und Erdbeerquark als Nachspeise.
Der geplante Ausflug ins Asturianu zum Erasmusquiz verspätete sich aber beträchtlich, denn zum einen war die Gesprächsrunde wirklich interessant und zum anderen musste für die anderen auch noch ein Geldautomat gefunden werden. So erreichten wir das Erasmusquiz passend zur 10. Frage und damit natürlich viel zu spät um noch selbst mitzuspielen! So schauten wir dieses Mal den anderen Teams beim spielen zu und kamen im Nachhinein zur gemeinsamen Überzeugung das Asturianu und das Erasmusquiz wirklich nur Spaß machen, wenn man selbst mitspielt. SrNaranja hat dafür ja in der nächsten Woche noch ein mal Zeit!
Das Quiz war heute erst um 2 Uhr vorbei und das Team der neuen deutschen Erasmusstudenten, mit Anna und Katja, erreichte mit 17 richtigen Antworten den Dritten Platz … zu blöd das keiner im Team wirklich Bier mochte! Wir blieben noch bis um 3 Uhr, praktisch bis zu dem Augenblick in dem man uns so langsam zum Gehen motivierte, jaja die Spanier!
Gestern war noch alles in Ordnung, denn eigentlich hatte Iria zugesagt, dass ich bis zum 8. März in meinem Zimmer wohnen bleiben könne. Eben bekomme ich eine SMS, von wegen gestern hätte sich eine Spanierin mein Zimmer angesehen und sie würde gerne so schnell wie möglich einziehen wollen: für die Spanier heißt das der Einfachheit halber “Raus mit SrNaranja”! Äh, wie bitte? Ich bin ja so einiges aus der Wohngemeinschaft mit den Spanierinnen gewohnt, aber das setzt dem ganzen seine Krone auf!
UPDATE 1: Die Spanierinnen haben Verständnis und alternative Angebote
Ich habe gerade mit Iria gesprochen, wir haben uns beim Kochen in der Küche getroffen, und sie hatte erstaunlich viel Verständnis bzw. Einfühlungsvermögen an den Tag gelegt. Normalerweise sind Spanier ja recht direkt wenn es darum geht ihre eigene Meinung durchzusetzen! Ich könnte wohl bis zum 2. März anstatt dem Ersten im Zimmer wohnen bleiben und unter Umständen sogar noch eine Woche länger, wenn Tini, die gerade zu Hause bei ihrer Familie ist, erst später nach Oviedo zurückkehrt. Nun, immerhin.
UPDATE 2: Dave lässt mich für die verbleibende Woche auf seiner Couch nächtigen
Wohl dem das Erasmusstudenten sich untereinander helfen, Dave hat mir sofort und ohne nachzudenken seine Couch als Schlafplatz für die verbleibende Woche in Oviedo angeboten! Wobei im Nachsatz hat er zwar noch drei Regeln aufgestellt, aber die sind ganz in Ordung:
- Dave darf als erster Duschen!
- SrNaranja kocht die Woche jeden Abend Tortilla!
- Dave hat das letzte Wort!
Da habe ich wohl noch mal Glück gehabt, obwohl es schon ein Unding ist, aber es gibt halt nur selten Verträge in spanischen Wohngemeinschaften und solange man seine Miete pünktlich bezahlt und die Vermieter gnädig sind, gibt es keine Probleme! Ob jetzt die zweite Regel so ernst gemeint war? Wobei es ja noch alternativen gibt, SrNaranja ist ja nicht umsonst für seine Nudelkünste bekannt!
Wie war das noch gleich: das Niveau eines Englischstudiums in Spanien ist viel geringer als in Deutschland und daher sollte es auch kein Problem sein dort seine Prüfungen zu bestehen und gute Noten zu bekommen? Das es in spanischen Seminaren recht gewöhnungsbedürftig zu geht, kann man unter dem Stichwort: Studieren in Spanien sehr gut nachlesen. Was haben wir Erasmusstudenten nicht alles in den Seminaren erlebt?
Das mit dem Bestehen der Prüfungen war bisher aber auch wirklich problemlos möglich, wobei die beiden Kurse zur Amerikanischen Geschichte schon viel Arbeitsaufwand mit sich brachten. Bei zwei Kursen wurde es SrNaranja sogar gestattet ohne Abschlussprüfung zu bestehen … was will man mehr? Nun, zum Beispiel auch die vorletzte Klausur in Spanien bestehen? Gerade war ich beim Dozenten im Büro um wegen der Klausur morgen Abend noch ein paar Fragen zu stellen, genau die Klausur zu der es keinen Termin gab. 3,7 von 10 Punkten lautete mein Ergebnis aus den vorletzten Klausur: nicht bestanden!
Wow, das hatte ich beim besten Willen nicht erwartet, denn der Dozent wirkte eigentlich sehr umgänglich und in den beiden Seminaren hatte SrNaranja auch gut mitarbeiten können. Die Übersetzungsarbeit in der Klausur war auch kein Problem mit 3 von 4 möglichen Punkten, wobei dann der Theorieteil nur 0,7 Punkte einbrachte? Nun ja, die Klausur für morgen Abend hat sich damit erledigt, denn um die Leistung in Greifswald anrechnen lassen zu können, brauche ich 10 ECTS und nicht 6 ECTS (diese Punkte geben die Arbeitsleistung wieder, so das sie überall in Europa anrechenbar sind, weil einheitlich festgelegt)!
Dann heißt es ab heute Mittag wohl: Ferien in Oviedo?
Blauer Himmel und Sonnenschein, das ideale Wetter also um Wäsche zu waschen, dachte sich SrNaranja und startete die Waschmaschine. Eine knappe Stunde später sah das Wetter schon ganz anders aus, als die Wäsche draussen vor dem Fenster aufgehangen war, zogen schon die ersten Wolken auf. Kein Problem, das wird doch nicht gleich anfangen zu regnen? Erst mal ins Internet, der Computerraum im Campus macht schließlich um 9:30 Uhr auf.
Hm, warum laufen denn jetzt alle mit Regenschirm rum? Nein, das ist doch jetzt nicht wahr. Typisch spanisch, d.h. eigentlich ja typisch asturisch hat es innerhalb von einer weiteren halben Stunde so umgeschlagen, dass meine Wäsche vor dem Fenster gleich noch mal nass war. Kein Problem, hängen wir die Wäsche halt aufs Gestell … das hätte ich aber auch gleich haben können. Was hat SrNaranja also gelernt? Dem Wetter in Oviedo kann man einfach nicht trauen, und die Wasch- bzw. Aufhängmöglichkeiten in meiner spanischen Wohngemeinschaft sind miserabel!
Mit Annika war SrNaranja eben bei der Klausurbesprechung für die tollen Seminare, in denen wir drei Filme als Klausurvorbereitung sehen und analysieren durften bzw. die gesamte Amerikanische Geschichte auswendig lernen sollten. Die Klausuren in 1819 USA und 1865 Nordamerika hatten wir schon vor zwei Wochen hinter uns gebracht …
Enttäuscht wäre die Dozentin von SrNaranjas Filmanalysen und der Klausur gewesen, waren es doch nur 8 von 10 Punkten und damit bestes Ergebnis im ganzen Kurs!? Nun, die zweite Klausur war sogar noch viel schlechter, wie sie sagte: 7,5 von 10. Nun ja, dafür das der Unterricht unterirdisch langweilig war und die spanischen Studenten selbst die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn sie auch nur den Namen unserer Dozentin hören, ist SrNaranja recht zufrieden mit den Ergebnissen!
Heute morgen war nun die vorletzte Klausur, nachdem die letzte Woche und vor allem das Wochenende vor allem vom Lernen bestimmt war, wenn man mal von den drei oder vier Ausflügen in die Bar Asturianu absieht, oder vom Inline-Skaten mit Jenny und Siobhan oder oder oder den vielen anderen Sachen die im Februar 2007 in Oviedo so passiert sind.
Historische Sprachwissenschaft in Englisch, das ist zum Beispiel das Englisch aus der Zeit von Shakespeare und in der Prüfung ging es zur Hälfte um Übersetzungen von historischen Texten und um Theorie, also die Entwicklung von Englisch. Nun, mal sehen was da heute morgen rausgekommen ist, denn so richtig berauschend fühlte sich das nicht an!
Gestern war er in Avilés, am Montag ist er Gijón und am Samstag kommt er zu uns, und der ist auch meist länger als nur eine Nacht: der asturische Karneval! Wer jetzt glaubt das der Karneval in Spanien ja nicht so berauschend sein kann, täuscht sich: das ist hier eine riesige Aktion hier für groß und klein. SrNaranja, in Berlin großgeworden, hat natürlich eine natürliche Abneigung gegen Karneval und ausserdem steht morgen auch noch eine Prüfung an … welche ein Pech das die anderen also alleine durch die Gegend ziehen müssen!
Dabei sollte sich SrNaranja ja unbedingt als Harry Potter verkleiden, weil die Haare und Brille hätte ich ja schon: Nein Danke!
Es ist kurz nach 4 Uhr als es bei uns in der deutsch-spanischen Wohngemeinschaft klingelt, gerade hatten wir noch Laura wirklich letzten Abend im Asturianu gefeiert und SrNaranja lag schön im Bett und hat geschlafen. Keine Ahnung wer da jetzt an der Tür steht und warum steht eigentlich keiner meiner anderen Mitbewohnerinnen auf? Vielleicht liegt es ja daran das ich direkt neben der Küche und damit neben der Klingel wohne?
Bomberos: Habre la puerta!, Feuerwehr: mach die Tür auf! Que, Wie bitte? Da schalt es mir nochmals ins Ohr: Bomberos: Habre la puerta! Was will denn die Feuerwehr hier, einmal durch den Hausflur gerochen: riecht nicht nach Feuer oder so und im Innenhof sieht es auch normal aus? Komisch! Nach 5 Minuten reicht mir der Spaß und SrNaranja geht wieder schlafen.
Beim Frühstück erzählt mir Lexi dann, dass Iria und ihr Ex-Freund im Fahrstuhl stecken geblieben sind und weil die Notrufklingel im Fahrstuhl nicht funktionierte die Feuerwehr gerufen hatten! Nett!
Nach dem wir bis eben noch bei Sonias letzten Abend in Oviedo waren, zogen Christian und SrNaranja erst zur La Gorda und danach zur Kathedrale um ein paar deutsche und österreichische Erasmusstudenten aufzulesen und danach weiter ins Asturianu zu bringen. Denn an einem Mittwoch in Oviedo wegzugehen ist nicht gerade leicht, sind doch Donnerstag bis Samstag die normalen Tage hier in Spanien, wenn man mal vom Erasmusquiz-Dienstag absieht.
Dort treffen wir nicht nur auf Laura und die anderen Engländer und Amerikaner, sondern werden auch von asturischer Livemusik unterhalten. Dave war übrigens auch da, der Abend war gerettet, denn eigentlich war SrNaranja todmüde! Drei Stunden Quatschen, Rumblödeln, ein Armdrückturnier, und ein paar Bier, Wein oder andere alkoholische Getränke später, ging es dann weiter ins La Bola de Cristal, was natürlich der Klassiker ist. Dort geht es Dienstags nach dem Erasmusquiz nämlich ebenfalls hin.
Ein interessanter Abend war es heute nicht nur wegen der zwei Abschiedstreffen oder dem Treffen mit den neuen deutschen Erasmusstudenten. Zum Einen hat SrNaranja das erste Mal erlebt, dass es im Asturianu Pizza gibt und zum anderen war der Barkeeper im La Bola de Cristal heute Nacht so gut drauf, dass nicht nur die Drinks besonders großzügig ausfielen, sondern er auch auf der Tanzfläche mitmischte, was sich natürlich in ein langen Wartezeit am Tresen auswirkte: lustig war es aber dennoch!
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