Hatten wir uns bisher fast immer im Titanic getroffen, direkt neben dem Campus El Milan, haben wir jetzt eine neue Bar für uns entdeckt, das Archimboldo. Nicht das uns das Titanic nicht mehr gefallen würde, aber es besitzt keine califaccion, Heizung.
Das Archimboldo ist direkt am Campus und bietet neben den üblichen Getränken auch ein paar gübstige Snacks an. So gibt es Toast mit lauter Zutaten (z.B. Käse + Schinken für 1,50 Euro) oder auch potatas, Kartoffelecken mit zwei Saucen (3 Euro) für wenig Geld. Dazu gibt es noch eine größe Auswahl an Tees. Hier kommen wir ab sofort öfter her.
Nach dem ganzen Einkaufsstress heute Abend, galt es dann erst einmal, die Sachen in der Wohnung abzustellen, bevor es dann gleich wieder weiter ging. Die Pool Bar war leider nicht um die Ecke, wobei sich der 20-minütige Fussweg sehr gelohnt hat. Zum Einen hatten May und SrNaranja großen Spaß beim Spielen, obwohl ich so meine Probleme damit hatte die orange und schwarze Kugel nicht einzulochen, wobei letztere meist unbeabsichtigt vom Tisch verschwand. Zum Schluss stand es 3:1 für May und SrNaranja gab sich geschlagen. Zum Anderen wurde aber in der Bar fast ausschließlich meine spanische Lieblingsmusik gespielt. Celtas Cortos, Duncan Dhu, El Canto Del Loco, Heroes del Silencio und Mañ¡ zum Beispiel.
Wo wir doch gerade bei Musik sind, als wir gerade dabei waren unsere Sachen zusammen zu packen und die Pool Bar zu verlassen, wurde tatsächlich Fiesta Pagana von Mägo de Oz angespielt.*
Ob sich nun 0:05 Uhr, also kurz nach Mitternacht, schon als passende Uhrzeit für ein Frühstück qualifiziert, ist eher fraglich. Nichtsdestotrotz wollte SrNaranja gerne Frühstücken und zwar typisch spanisch: Es ging also zu Yuppi’s um Churros con chocolate zu bestellen. Yuppi’s hat zu den unmöglichsten Zeiten geöffnet und ist praktisch Supermarkt, Café und Bar in einem, orange sind die übrigens auch noch … Grund genug um den irritierten Kellner zu Fragen tienes churros?, ob er denn churros hätte! Wenig später fand sich auf unserem Tisch die Tasse mit heißer Schokolade, nebst einem Teller mit warmen Gebäck wieder: churros con chocolate!
* Das ist praktisch der Rauswerfsong der Spanier, es gibt kaum eine Party an deren Ende nicht dieser Song gespielt wird! Ob der Barkeeper sich nun für uns einen Spaß erlaubt hat oder es reiner Zufall war, keine Ahnung. Die anderen Besucher guckten jedenfalls irritiert … die Bar blieb aber geöffnet!
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Puente steht vor der Tür, mit anderen Worten ein fünf-tägiges verlängertes Wochenende, und neben dem Lesen von Büchern für die Seminare, dem Schreiben von zwei Aufsätzen und den ganzen anderen Dingen, die wir über die fünf Tage erledigen sollen, haben wir uns zum Monopoly verabredet. So ist heute also Spieleabend mit den Spaniern (Cris, Hermo und May) und SrNaranja. Monopoly aufbauen, Geld verteilen, SrNaranja übernimmt die Bank, Spielfiguren wählen und los geht es auch schon.
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Wie steht es denn um die Taktik? Da SrNaranja in seinen
spanischen Seminaren genug Zeit, wegen teilweiser akuter Langeweile, hatte, hat er natürlich fleissig trainiert … dem Palm Tungsten sei dank! Blöd war nur, dass Cris es doch tatsächlich geschafft hat alle drei orangen Straßen zu kaufen! Ob sie denn die drei orangen Straßen gegen alle meine Karten tauschen wolle (6 Straßen und zwei Bahnhöfe)? Na gut, SrNaranja legt noch einen orangen Geldschein mit drauf: vale, Einverstanden! Ein Runde später stand dann jeweils ein kleines grünes Häuschen auf den Straßen, das sollte doch nicht mehr schief gehen.
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Wie ihr auf dem Bild links sehen könnt, hat sich Hermo den Spaß erlaubt ebenfalls ein oranges T-Shirt anzuziehen, woher er nur gewusst hat das ich das auch machen würde, wird mir wohl ewig ein Geheimnis bleiben! Zwischen Hermo und mir, also den beiden orange gekleideten, steht übrigens Cris, bei der wir heute das Sturmfrei ausgenutzt hatten. Das Spiel plätscherte so vor sich her und zu den Einzelhäusern auf meinen orangen Straßen gesellten sich bald ein weiteres, ein weiteres, ein weiteres und schließlich sogar ein ganzes Hotel hinzu! Ob ich denn auch gewonnen hätte?
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Nun, alle Karten hatte ich nicht, aber fünf komplette Straßenreihen und jede Menge Geld, so das Hermo, der als letzter Mitspieler nach 4 Stunden übrig geblieben ist, aufgab! So viel Glück wollte SrNaranja aber nicht den ganzen Abend behalten, denn weiter ging es mit Trivial Pursuit, der spanischen Version. Von 10 Fragen konnte ich dann auch eine einzige beantworten, und das war nur geraten, ein großer Reinfall das ganze, nicht so wie die Erasmusquize im Asutrianu! Wir haben natürlich nicht nur Brettspiele gespielt, auch mit Cris Belenfiguren haben wir uns künstlerisch ausgelassen, so saßen die drei heiligen Könige bald nicht mehr auf ihren Kamelen, sondern auf der Kuh, dem Dach und einer Ziege … Cris konnte darüber nicht so richtig lachen!
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Ob wir denn nun Pizza oder Hamburger bestellen wollten, wurde gefragt, und mein Wunsch nach Pizza wurde eiskalt übergangen. So bestellten wir jede Menge Hamburger und Pommes bei Mike’s, die auch prompt eine Tüte vergessen hatten und uns ein zweites Mal besuchen durften. Nach dem wir uns aber gestärkt hatten ging es mit DVDs gucken weiter. Habe ich schon mal erwähnt das ich “Ace Ventura” überhaupt nicht komisch finde, auch nicht auf Spanisch? Gleich beide Teile durfte ich mir mit ansehen, ihr wisst schon: Gruppenzwang. Nun, die Couch war bequem und in der Wohnung war es warm, im Gegensatz zu draussen! Im Regen lief ich nach Hause, vom praktisch anderem Ende der Stadt!
Während es turrón, besondere spanische Weihnachtsschokofruchttafeln, schon seit gut einem Monat in den Supermärkten zu kaufen gibt und im Corte Inglés auch eine Abteilung für Weihnachtssachen eingerichtet wurde, beginnt das eigentlich Weihnachtsgefühl in Oviedo erst seit diesem Wochenende. Die Straßen sind mit Lichtern versehen und auf dem Platz vor der Kathedrale ist die christliche Weihnachtsgeschichte aufgebaut, alles in allem fehlt praktisch nur noch etwas Schnee. Wobei Schnee, der dann auch liegen bleibt, so etwas wie ein Jahrhundertereignis wäre! Auch wenn letzteres von den Spaniern bestritten wird, wobei sich zu meiner Aussage noch die aktuellen Temperaturen von 10 Grad hinzu gesellen!
Es ist Freitag … und wieder ist die Woche um. Der ideale Tag also um mit den Spaniern etwas Trinken zu gehen. Mit Cris und May traf sich SrNaranja gegen 22 Uhr also vor unserem Lieblingspub Paco’s … Cue, Juan und Pope sollten erst etwas später kommen, genauso wie Maria. Irgendwas stimmte heute Abend jedoch nicht, am Bier wird es wohl nicht gelegen haben, vielleicht fiel das Fehlen von Hannah und Dave zu sehr ins Gewicht. Vielleicht war aber 22 Uhr auch viel zu früh … Chris und Maria sind zum Beispiel schon um 0:30 Uhr wieder nach Hause, völlig untypisch für Spanien!
Wir, der zurück gebliebene Rest, zogen dann erst Mal weiter in Richtung Cicero um Ana Hallo zu sagen. Nach dem wir das Cicero bisher nur unter der Woche besucht hatten, war SrNaranja schon überrascht als die Bar bis zum Rand gefüllt war … mit älteren Menschen … um 1 Uhr nachts! Viel kann darf, soll will ich auch gar nicht schreiben … aufgestanden wurde allerdings erst um 15 Uhr.
Habe ich euch schon von meinen drei Lieblingsseminaren hier in Spanien erzählt? Nun, das sind zum einen die beiden “History of English Language” Seminare und das “Renaissance Literature” Seminar, denn bei allen dreien lernt man wirklich etwas! Das besondere an den beiden ersten Seminaren ist aber, dass der Dozent immer einen lustigen Spruch parat hat.
Heute im Seminar “1818 History of the English Language II” zum Beispiel. Wir sind knapp 15 Studenten im Kurs, wobei SrNaranja der einzige Erasmusstudent ist. Aber nicht nur das, denn ich eine besondere Qualität: Ich spreche Deutsch als Muttersprache. Das wird für die meisten nichts besonderes sein, bei der historischen Sprachwissenschaft in Englisch ist dies jedoch ein gravierender Vorteil, da vieles im Altenglischen dem Deutschen sehr ähnlich ist.
Meine Tätigkeiten im Seminar bestehen demnach nicht nur aus Mitschreiben, Übersetzen und Vorlesen, wie bei den anderen auch, sondern auch aus dem “Benennen von deutschen Beispielen”. Angefangen mit der einfachen Aussprache von deutschen Wörtern, über das bilden einfacher deutscher Sätze bis zum Anschreiben dieser Sätze an die Tafel. Wie heute. Was meinte mein Dozent noch gleich zur Klasse: “Wir haben mit Norman einen Muttersprachler im Kurs, das gilt es auszunutzen!” … und wenig später schrieb ich also deutschte Sätze an. Stichwort: Subordination und die Position von Verben im Satz.
Nun, bevor ich euch die heutigen Gewinner vorstelle versuche ich erst Mal zu erklären wie SrNaranja, der ja nach der Uni eigentlich direkt ins Bett wollte und obendrein noch Hunger hatte, im Asturianu gelandet ist. Nach den besagten drei Sidras im Ferroviario ging es nämlich nicht nach Hause, sondern ins Cicero um Ana kurz Hallo zu sagen. Das es dabei wohl nicht bleiben würde, war mir klar, aber mein Hunger würde mich schon noch nach Hause bringen … denkste. Nach dem wir Ana erklärten, nur kurz Hallo sagen und, zugegeben, eine caña trinken zu wollen, schob sie SrNaranja eine Tüte Chips über den Tresen. Die Chips paarten sich dann mit dem pan moreno, dunkles Brot, was SrNaranja gerade erst gekauft hatte, für das eigentlich Abendbrot … nun und zwei Stunden später standen wir dann im Asturianu!
Nach dem wir die Odyssee des heutigen Abend ausgiebig erläutert haben, können wir ja zum eigentlichen Teil des Abend kommen, dem Erasmusquiz. Die Gewinner hießen übrigens Sara, May, Heather, Jenny, Siobhan, Laura, Julia, [Name vergessen], Dave, Ian, Peter und SrNaranja! Hatten wir uns nicht darauf geeinigt, dass SrNaranja kein Glück beim Quiz bringt? Gerne würde ich euch von den Fragen erzählen die wir so hatten, aber ausser an die drei Antworten “Al für Aluminium”, “Moonlight Schadow von Mike Oldfield” und “Idefix” kann ich mich nicht recht erinnern.
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Nein, SrNaranja war nicht betrunken und hatte auch keinen Filmriss. Ich hatte mich lediglich mit der Chefin vom Asturianu über Berlin unterhalten, sie war dort 1980 für ein paar Monate. Damals war die Stadt noch von einer Mauer geteilt und an SrNaranja war noch lange nicht zu denken! Ob sich denn viel verändert hätte, fragte sie mich, und ob es sich denn lohnen würde Berlin zu Besuchen? Die erste Antwort war kurz und knapp “Ja.” und die zweite “Auf jeden Fall!”. Die anderen Fragen weiß ich einfach nicht mehr, kein Wunder aber, denn es waren ja 30 Fragen insgesamt.
Der Abend sollte aber noch nicht vorbei sein, denn das Gewinnerteam zog weiter zur Erasmusquizparty Afterparty ins La Bola de Cristal … um 3:30 Uhr lag SrNaranja dann aber wirklich im Bett. Ach, mein Brot hat den Abend übrigens nicht überlebt und mein Telefon sollte noch zwei Mal klingeln, ob ich denn nicht vielleicht noch wo anders hin wolle?
“Es ist eigentlich egal wo du wohnt, dein Zimmer benutzt du ja nur zum Schlafen!”, sagte Kathi, als wir uns vor einer halben Ewigkeit im Titanic trafen und uns über die Wohnsituation in Oviedo unterhielten. Was SrNaranja damals noch für maßlos übertrieben hielt, erweist sich jedoch nach und nach als gar nicht mal so falsch.
May fragte mich ob ich sie nicht vielleicht wieder babysitten wollte, nur eine caña sollte es werden. Na klar warum auch nicht, schließlich will ich Spanisch lernen und obendrein kostet eine caña maximal 1,60 Euro während ein Sprachkurs bedeutend teurer wäre! Was ich damit sagen möchte: günstigere Sprachpraxis bekommt man einfach nicht!
So ging es also los in Richtung Cicero, nur das wir auf halben Weg feststellen mussten, dass Ana erst viel später ihre Schicht beginnen würde. Na dann tomamos una sidra, trinken wir doch eine Sidra! Diese Idee kam nicht ganz von ungefähr, denn wir standen gerade kurz vor der Calle Gascona, dem Boulevard der Sidrerias. So gingen wir also ins Ferroviario und bestellten eine Flasche … zu der sich bald darauf eine zweite und eine dritte gesellten … denn danach sollte es ja eh nach Hause gehen, wo das Bett schon auf mich, “gähn”, wartete.
Kreatives Stundenplangestalten stand heute auf dem Programm. Was das ist und wie das überhaupt funktioniert? In Spanien ist es üblich ein Seminar zu verschiedenen Uhrzeiten anzubieten, so ist es möglich seinen Stundenplan auf den Vormittag oder Abend zu konzentrieren. Mein Stundenplan am Montag lässt es mir zum Beispiel frei, ob ich die Veranstaltung “1819 History and Civilisation of the United States of America” um 12 Uhr oder um 17 Uhr besuchen möchte, heute hieß es 17 Uhr. Was allerdings bedeute das ich eine Freistunde zwischen 16 und 17 Uhr hatte.
Wie überbrückt man aber als Erasmusstudent eine Freistunde in Oviedo? Man könnte ins Titanic gehen oder aber ins Perro Verde und in letzteres ging es heute. Eine caña und dazu vielleicht ein pincho de tortilla und nebenbei die Hausaufgaben machen, so muss man sich das in etwa vorstellen.
Ob heute denn nun ein Universitätsfeiertag oder aber ein universitätsfreier Tag ist, habe ich bisher nicht herausfinden können, ist auch nicht so wichtig. Die freie Zeit habe ich jedoch zum Ausschlafen und Einkaufen genutzt, also sehr sinnvoll. In meiner Lidltüte fanden sich auch wieder viele Jogurts und Kiwis wieder, Waschmittel und Magnesiumtabletten, aber erst musste natürlich bezahlt werden.
Drei Kassen, eine Kassiererin und etwa 10 anstehende Kunden. Wer jetzt aber denkt, dass die zweite Kassiererin, die gerade Ware in die Regale sortierte, eine zweite Kasse öffnen würde, denkt falsch. Hier in Spanien ist es nicht nur üblich dem Kunden die Ware einzupacken bzw. ihm dabei zu helfen, es wird mit dem Kassieren auch gewartet bis der Kunde alle seine Ware verstaut hat! Mein Rundgang bei Lidl hat vielleicht 3 Minuten gedauert, an der Kasse stand ich bestimmt 10 Minuten.
Das beste kam aber noch. Eine Kundin schien mit ihrem Kinderwagen durch die Schlange zu wollen, kein Problem, da mache ich doch etwas Platz mit meinem Einkaufswagen. Im nächsten Augenblick stand der Kinderwagen mit der Kundin vor mir in der Schlange … und eine weitere Kundin auch. Könnte mir das bitte jemand erklären? Nun, ich habe es nicht verstanden, die hinter mir stehenden auch nicht. Gesagt hat jedoch niemand etwas, ob das an dem Kleinkind im Kinderwagen gelegen hat, mit dem sich die zweite Kundin, naja, unterhalten hat?
Ach, als ich abkassiert wurde, fühlte sich die zweite Kassiererin dann doch motiviert eine weitere Kasse zu öffnen! Arg!
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