Das erste orange Klausurergebnis

In Spanien werden die Ergebnisse von Klausuren und Kursen in aller Regel in der Fakultät ausgehangen, so fand sich SrNaranja heute ebenfalls an der Wand für Klausurergebnisse wieder. Dies sogar mit einem eigenen Zettel und orangen Markierungen:

Morphology bestanden

Wobei ich bei dem Dozenten von „1886 Morphology“ noch mal vorbei gehen muss, denn auf dem Zettel steht lediglich „bestanden“, was aber als Note nur das Minimum darstellt. Während das bei den meisten Erasmusstudenten völlig ausreicht, weil diese nur einen Bestätigungsschein brauchen, braucht SrNaranja als Bachelor unbedingt eine Note und diese sollte doch bitte nicht nur eine 4 darstellen, vor allem nicht in Morphology!

In China fressen sie Hunde und in Spanien Klopapier!

Wohngemeinschaften sind schon etwas besonders, es gibt Putzpläne, vermeintlich feste Regeln und das Wort Gemeinschaft steht für gegenseitigen Respekt und Rücksichtnahme. Das dies meist nur in der Theorie funktioniert wohl jeder der Mal in einer Wohngemeinschaft gewohnt hat, und unsere deutsch-spanische Wohngemeinschaft steht dem in nichts nach.

Unsere beiden spanischen Mitbewohnerinnen kochen gerne und viel, nun reicht es ihnen nicht unsere deutschen Kochkünste zu verhöhnen, sie blockieren auch gerne Kühlschrank, von den Töpfen mal abgesehen. Deutsche brauchen keine Töpfe, die können sowieso nicht kochen und wenn sie kochen dann ist das eh nur Dreck, meinen unsere Mitbewohnerinnen ja schon seit dem ersten Tag. Gegenseitige Rücksichtnahme ist Iria und Tini ebenfalls ein Fremdwort, so kann es schon mal passieren das sie die beiden schreiend durch ihre Zimmerwand unterhalten oder morgens jeden in der Wohnung mit ihrem Krach wecken, von der Lautstärke der Musik bei Iria im Zimmer mal abgesehen. Das der Putzplan nicht wirklich durchdacht ist oder gar funktioniert ist ja auch nichts neues! Die neue Lampe fürs Badezimmer hat Lexi organisieren dürfen, die Spanierinnen hatten dafür überhaupt kein Interesse! Ähnlich läuft es auch mit dem Klopapier, erst letzte Woche hatte Lexi ein neues Paket gekauft, ein großes wohlgemerkt und schon heute war es wieder alle!

Wir konnten uns im übrigen nicht erklären wo das ganze Klopapier hin ist, wir gehen auf jeden Fall kein neues kaufen, zumindest so lange nicht bis unsere jeweils letzte „Privatrolle“ alle ist. Wie Iria aber so oft sagt, wenn es ums Essen geht: „In Chine fressen sie Hunde!“. Tja, in Spanien wohl Klopapier!

Klausurenpause: Weggehen mit Martha und Sonia

Die erste Hälfte der Prüfungen ist vorbei, und sowohl Martha, Sonia als auch SrNaranja haben ein paar Tage Freizeit und so ging es heute Abend erst Mal ins Kino, mit Javier, einem von Mathas Mitbewohnern. Wir haben uns aber keinen spanischen Film oder gar einen Hollywoodstreifen im normalen Kino angesehen, es ging ins Cajastur und wir haben „Time“ gesehen. Cajastur steht in Spanien für kostenlose kulturelle Veranstaltung, so waren wir schon beim Konzert einer irischen Folkband im Dezember.

Der heutige Film „Time“ war eine japanisch-koreanische Produktion und drehte sich um Schönheitsoperationen, wobei es um darum ging das die Hauptdarstellerin See-Hee sich das Gesicht operieren, ihren Freund gleichzeitig sitzen lies und ein halbes Jahr später eine Beziehung mit ihm anfing ohne das er sie wiedererkannte. Als sie ihm dann später gestand wer sie wirklich war, lies sich der Hauptdarsteller ebenfalls operieren um sich wiederum ein halbes Jahr später bei seiner Ex-Freundin vorzustellen. Diese versucht nun, unter den Männern die sie nach dem halben Jahr warten kennerlernt, ihren Ex-Freund zu erkennen – erfolglos. Als er sich ihr dann mehr oder weniger offenbart und eine wilde Verfolgungsjagd durch eine U-Bahnstation beginnt, wird er von einem Auto überfahren und getötet. Sein Gesicht war nach dem Unfall so sehr entstellt das man ihn und sein neues Gesicht nicht mehr erkennen konnte. See-Hee lässt sich darauf ihr Gesicht erneut operieren um ein neues Leben zu beginnen. Die letzte Szene zeigt See-Hee, wie sie die Schönheitsklinik verlässt und dabei von einer Dame angerempelt wird – die gleiche Szene mit der der Film eröffnet wurde! Es war also „Mit-Denk-Kino“ in dem auch die Schönheitsoperationen hautnah gezeigt wurden, unappetitlich einerseits aber interessant und spannend andererseits. Jetzt müssen wir aber erst Mal was Trinken gehen!

Flamin Oviedo: Martha, Sonia und SrNaranja

In der Bar Flaming kommen wir schlussendlich an, nachdem wir einmal quer durch die Innenstadt liefen, und währen SrNaranja ein Bier bestellt, trinken Martha und Sonia Wasser. Nun gut, jedem das seine. Im Flaming arbeitet Juan-Ramon, der zweite Mitbewohner von Martha, was uns zu einem Sonderpreis bei den Getränken verhilft. Javier treffen wir im Flaming ebenfalls wieder. Wie das Erasmusstudenten so machen, wenn sie in einer Bar sitzen, sie unterhalten sich über die spanischen Seminare, ihre spanischen Mitbewohner, die deutsche bzw. spanische Bürokratie und lästern über andere Erasmusstudenten. Wobei wir dem typischen Erasmusstudenten natürlich in nichts nachstehen.

Das der Abend noch weiter geht war ja klar, schließlich ist heute Donnerstag und im Asturianu gibt es heute eine Überraschung, wenn man zwei große Bier bestellt. Nichts wie hin also. Zwei große Bier bestellt und einen Orangesaft für Sonia und dann das große Los gezogen: ein Glasuntersetzer! Nun ja, toll! Im Asturianu kann übrigens ein paar Brettspiele spielen und so hieß es bei uns als bald: „Mensch ärgere dich nicht!“. Martha hat gewonnen und die Chipstüten auf dem Tisch waren unser alternatives Abendbrot!

Asturianu Oviedo: Martha, Sonia und SrNaranja beim Mensch ärger dich nicht spielenAsturianu Oviedo: Mensch ärger dich nichtAsturianu Oviedo: Chipstüten als Verpflegung

Besuch beim Skateshop in Oviedo

Das Inline-Skaten in Oviedo ohne weiteres möglich ist, mal von dem hügeligen Terrain abgesehen, und das AirBerlin Inline-Skates gratis transportiert, hat SrNaranja in den letzten drei Wochen nicht nur hoch erfreut, sondern heute seinen Tribut eingefordert. Nein, es war kein Unfall, wie der Inline-Skate-Unfall durch Treppen vom letzten Samstag, meine Rollen waren so sehr abgefahren, dass unbedingt neue her mussten.

Im Stadtteil Vallobin, direkt bei Maria um die Ecke, gibt es den einzigen mir bekannten Skateshop in Oviedo: Lutz Sport – Especialistas en Patinaje, die genau Adresse lautet Victor Hevia, 34. Dort fuhr ich gestern Vormittag schon mal vorbei, denn von 14 bis 17 Uhr ist in Oviedo ja wegen Siesta allgemein Alles geschlossen, und stand vor verschlossener Tür weil der Laden nur von 17 bis 21 Uhr öffnet. Heute war der Besuch zeitlich besser geplant und kurz nach 17 Uhr stand ich also im Laden. Obwohl im Laden kaum richtige Inline-Skates zu sehen waren, gab es die benötigten Rollen und Kugellager, sowie ein supernette Bedienung.

Sechs Rollen und drei Paar Kugellager standen zum Schluss auf der Rechnung, während die Rollen mit 80mm und 83A genau richtig für das brems- und kurvenintensive Oviedo sind. Das mit der Preisgestaltung hat SrNaranja übrigens nicht verstanden, denn die Dame betonte immer das eine Rolle 12 Euro kosten sollte und auf der Rechnung standen dann lediglich 7,90 Euro pro Rolle, immer noch teuer wenn man es mit Deutschland vergleicht, aber Inline-Skaten ist in Spanien nicht wirklich populär! Die sechs Kugellager von „S&F“ waren mit knapp 2,50 Euro pro Stück richtig teuer, aber andere hatte sie leider nicht vorrätig.

Ein besonderer Service war übrigens die Stellung von Werkzeug für die Montage der Inline-Skates direkt im Laden, das ist ungewöhnlich aber freute mich trotzdem. Die Gesamtrechnung betrug dann 59 Euro, aber dafür kann SrNaranja jetzt wieder ordentlich Inline-Skaten und die viele neue Zeit die er jetzt bis März hat, sportlich sinnvoll nutzen!

Zum Teufel mit dem Putzplan

Eigentlich haben wir ein festen Putzplan in unser deutsch-spanischen Wohngemeinschaft, wobei SrNaranja alle zwei Wochen mit Putzen dran ist. Ganz so einfach war es nicht im letzten Jahr diesen Termin durchzusetzen, denn Iria hat mir eigentlich den Montag zugeteilt. Wohl dem das Lexi den Donnerstag hatte und viel lieber den Montag gehabt hätte: haben wir halt kurzer Hand getauscht. Kein Problem.

Das neue Jahr begann erst mit dem Grossputztag in unser Spanischen Wohngemeinschaft und dann mit einem neuen Putzplan:

Putzplan in unserer spanischen Wohngemeinschaft in Oviedo

Wieder hatte Lexi den Donnerstag und SrNaranja den Montag! Nun, wir haben uns wieder untereinander geeinigt! Eben kam Tini bei mir fragen, sie war vorher bei Lexi, ob ich denn nicht mit ihr den Putztag tauschen könnte, sie würde lieber heute Putzen weil sie in der nächsten Woche ein paar Klausuren hat. Nun ja, zum Teufel mit dem Putzplan!

Die Dritte Klausur in Spanien: 1865 Nordamerika

Wie war sie denn nun, die Klausur nach der durchzockten Nacht, SrNaranja? Aufstehen war kein Problem, sollte ich vielleicht als erstes sagen, die Klausur an sich ist ein anderes Thema. Wobei Thema etwas irreführend ist, denn unsere Dozentin hat uns keinen einzigen Schwerpunkt gesetzt und in den Seminaren meist Monologe zum Thema Kultur gehalten. Das machte die Vorbereitung natürlich nicht leichter, aber mit Annika habe ich weiterhin im Computersaal gelernt, zum Glück überschnitten sich die Themen der beiden Amerikaseminare so das man die erste Klausur als ideale Grundlage hatte. Hauptsache unsere Dozentin fragt nicht nach kulturellen Besonderheiten in der Amerikanischen Geschichte!

Da lag das Blatt nun vor mir: Frage eins: Erkläre folgende Begriffe: Progressivism, New Deal, Civil Rights Movement, Flapper. Frage zwei: Amerika in den 1950ern, es ging also um wirtschaftlichen Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg und die Baby Boomer Generation. Kein Problem, das Thema hatte ich schon in Greifswald in einer Vorlesung. Frage drei: Architektur in der USA im 20. Jahrhundert mit je einem Bild zu jeder Epoche. Das hatten wir gerade in er letzten Stunde und an ein paar Sachen konnte ich mich dann doch noch erinnern. Die nächsten Klausuren, bzw. die einzige für die ich auch einen Termin habe ist am 19. Februar.

Gelernt wird erst am Wochenende und bis dahin arbeite ich erst mal die Warteliste der Blogbeiträge ab!

Wenn nichts mehr geht: Super Nintendo spielen!

In etwas mehr als vier Stunden schreibt SrNaranja seine dritte Klausur in Spanien, die letzte für knapp zwei Wochen wohl gemerkt. Es ist aber ganz gut so, dass jetzt eine Pause kommt, denn nach der Erkältung vor zwei Wochen und dem darauf folgenden Lernens für die Klausuren war gestern Abend der Nullpunkt erreicht. Weder meine Notizen, noch die zwischengespeicherten Internetseiten konnten mich zum Lernen animieren, es ging einfach nicht mehr. Anstatt aber heute Nacht auszuschlafen und somit vielleicht besonders fit in die Dritte Klausur zu gehen, ist SrNaranja gestern schon um 16 Uhr ins Bett: ein großer Fehler denn schon um 20 Uhr war ich wieder wach.

Auf Filmegucken hatte ich keine Lust, beim Lesen der Notizen hatte ich mir nichts mehr merken können und das Erasmusquiz habe ich heute Nacht ebenfalls ausgelassen. Stattdessen habe ich bis eben „Top Gear 2“ auf dem Super Nintendo gespielt … die ganze Nacht. Die Klausur kann dann ja kommen, SrNaranja schläft jetzt noch ein paar Stunden.

Ein neues Semester beginnt: die leere Pinnwand beim Computersaal.

Man mag es kaum Glauben, aber es hat sich jemand die mühe gemacht die Pinnwand vor dem Computersaal zu leeren. Dieses Bild gibt es praktisch genau zwei Mal im Jahr zu sehen, nämlich immer dann wenn ein neues Semester soch nähert. Die Tafel ist sonst mit Flyern für Wohnungssuchende und Bars bzw. Aktivitäten oder Nachhilfe gefüllt, meist so sehr das man die vor lauter Chaos sowieso nicht durchsieht. Mal sehen wie lange das dieses Mal hält?

leere Pinnwand vorm Computersaal im Campus Milan

Die zweite Klausur in Spanien: 1882 Renaissance

Heute morgen fand auch die zweite Klausur im Auslandssemester statt im Seminar „1882 Renaissance Literature“, genau das Seminar mit dem Horrorreferat. Eigentlich sollte die Klausur nicht zu schwer werden, im Seminar haben wir die Werke „Utopia“ von Thomas More, „Dr. Faustus“ von Christopher Marlow, „Henry V.“ und „Macbeth“ von William Shakespeare und die Poetik zur Zeit Elizabeth I. behandelt.

Da unser Dozent, übrigens mit Abstand der beliebteste an der Fakultät und dabei wirklich kompetent und fordernd, uns ans Herz legte die Inhalte der Bücher zu Studieren verbrachte ich das Wochenende natürlich mit dem Lesen selbiger. Lediglich Poetik lies ich aussen vor, denn ersten war es das letzte Referat im Seminar und wurde nur etwas mehr als eine Woche behandelt, und zweitens hat er andere Schwerpunkte betont, zum Beispiel die Charakterisierung von „Henry V.“. Wenn er aber schon die Charakterisierung in der Vorbereitung zur Klausur erwähnt, wird doch nicht genau diese rankommen und so lernt SrNaranja hauptsächlich die anderen drei Werke.

Es kam wie es kommen musste: Frage eins drehte sich um „Utopia“ was an sich kein Problem war, schließlich hatte ich dazu meine Hausarbeit geschrieben. Fragen zwei und drei jedoch konzentrierten sich genau auf die beiden Themen die ich nicht gelernt hatte, nämlich Poetik und die Charakterisierung von „Henry V.“. Ich hätte wohl gleich wieder aufstehen und ein leeres Blatt abgeben können, habe es aber geschafft knapp 90 Minuten um den heißen Brei herum zu reden zu schreiben.

Nach der Klausur galt es übrigens nicht eine caña nach der anderen zu trinken, sondern sich auf die nächste Klausur morgen vorzubereiten. Computersaal ich komme!

Was kostet ein Auslandssemester in Oviedo im Monat?

Für alle, die sich fragen wie teuer denn so ein Auslandssemester in Oviedo ist, gibt es hier eine Auflistung meiner Kosten für den Monat Januar. Natürlich hängen die Kosten maßgeblich von der Miete und den Kosten für Lebensmittel und das Weggehen ab, und werden wohl bei jedem Erasmusstudenten anders ausfallen, aber als Beispiel genügen sie allemal.

Nach dem ich die letzten drei Monate über sämtliche Ausgaben buchgeführt habe, mit der Buchführungssoftware für den Mac: Money von Jumsoft, kann ich hier die Zusammenfassung über die Kosten des Monats Januar zeigen:

004,63 Euro Studium: Kopien, Papier und Hefter
009,60 Euro Freizeit: Sport, Bücher, CDs und DVDs
010,00 Euro Kommunikation: Handyguthaben
011,89 Euro Haushalt: Klopapier, Waschlappen, neuer Schlüssel, Apotheke
016,85 Euro Unterwegs: Essen & Trinken + Bus und Taxi + Verpflegung
026,25 Euro Essen & Trinken auf dem Campus
074,19 Euro Weggehen: Spiel & Spaß bzw. Essen & Trinken
075,33 Euro Lebensmittel
160,00 Euro Miete

379,14 Euro Gesamtkosten für den Monat Januar (+ 32,38 Euro Betriebskosten für die Wohnung für Oktober und November)

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